Tree of Life
Was ist Tree of Life? Eine Bestattungsart, bei der die Asche in einen Baum gepflanzt wird. Nach der Anzucht kann der Baum im privaten Garten stehen.
Kurz erklärt
- Definition: Tree of Life ist eine spezielle Form der Naturbestattung, bei der die Asche eines Verstorbenen mit einem Substrat vermischt wird, in das ein junger Baum gepflanzt wird.
- Funktion: Der Baum nimmt über die Wurzeln die Nährstoffe der Asche auf, sodass der Verstorbene symbolisch im Holz und den Blättern weiterlebt.
- Relevanz: Diese Methode ermöglicht Angehörigen einen privaten Gedenkort im eigenen Garten, was bei klassischen Grabarten auf dem Friedhof nicht möglich ist.
- Hamburg: Da in Deutschland Friedhofszwang herrscht, kooperieren Hamburger Bestatter für die Anzuchtphase mit Baumschulen im benachbarten Ausland.
Das Konzept verbindet den Wunsch nach einer persönlichen Ruhestätte mit dem Kreislauf der Natur. Nach der Einäscherung erfolgt die Überführung der Urne in Länder wie die Niederlande, die Schweiz oder Tschechien, wo die Pflanzung rechtlich zulässig ist. Sobald der Baum die Asche aufgenommen hat, wird er nach Deutschland zurückgebracht und den Hinterbliebenen zur privaten Pflanzung übergeben.
Ablauf und Hintergründe
Der Ablauf einer Tree of Life Bestattung
Die Voraussetzung für diese Bestattungsform ist immer eine vorherige Einäscherung (Feuerbestattung). Da die Beisetzung der Asche außerhalb von Friedhöfen in Deutschland durch den Friedhofszwang reglementiert ist, wird die Urne zunächst in ein Land mit liberaleren Bestattungsgesetzen überführt. Dort findet unter notarieller Aufsicht die Vermischung der Asche mit spezieller Pflanzerde statt, in die der gewählte Wunschbaum gesetzt wird.
Der Baum verbleibt für eine Anwachsphase von mehreren Monaten (oft sechs bis neun Monate) in einer spezialisierten Baumschule. In dieser Zeit durchwurzelt er das Substrat und nimmt die Aschebestandteile auf. Nach Abschluss dieser Phase wird der Baum transportfähig gemacht und an das beauftragte Bestattungsinstitut in Hamburg oder direkt an die Angehörigen übergeben.
Rechtliche Situation und Besonderheiten in Hamburg
In Deutschland ist es grundsätzlich nicht erlaubt, die Totenasche zu Hause aufzubewahren oder im Garten zu verstreuen. Das Tree-of-Life-Konzept nutzt jedoch einen legalen Weg: Was nach Deutschland zurückkehrt, ist rechtlich gesehen keine Asche mehr, sondern eine Pflanze. Damit entfällt der Friedhofszwang für den Baum, und er darf auf Privatgrundstücken gepflanzt werden.
Hamburger Dienstleister wie GBI oder Bestattungen Krüger organisieren die gesamte Logistik inklusive der Überführung ins Ausland (z. B. Tschechische Republik, Niederlande, Schweiz) und der Rückführung. Für Angehörige in der Metropolregion Hamburg bietet dies eine Alternative zur klassischen Baumbestattung auf Friedhöfen wie Ohlsdorf oder Öjendorf, wenn ein sehr persönlicher Bezugsort gewünscht ist. Die Auswahl der Baumart (z. B. Eiche, Ahorn, Ginkgo) hängt dabei von den Standortbedingungen im eigenen Garten ab.
Abgrenzung zu anderen Naturbestattungen
Während bei einer Bestattung im FriedWald oder RuheForst die Urne an den Wurzeln eines bestehenden Baumes in einem öffentlichen Wald beigesetzt wird, ist Tree of Life mobil. Der Baum gehört den Angehörigen und kann bei einem Umzug theoretisch mitgenommen werden (sofern er in einem Kübel gehalten oder fachgerecht umgepflanzt wird). Dies unterscheidet das Verfahren auch von der Reerdigung, bei der der Körper in Erde transformiert wird, die Beisetzung jedoch meist dennoch auf einem Friedhof stattfindet.
Häufige Fragen zu Tree of Life
Ist Tree of Life in Deutschland legal? +
Ja, die Pflanzung des Baumes im eigenen Garten ist legal. Da die eigentliche Beisetzung der Asche im Ausland erfolgt und der Baum die Asche transformiert, unterliegt der zurückgeführte Baum nicht mehr dem deutschen Friedhofszwang.
Welche Baumarten sind möglich? +
Es stehen verschiedene Baumarten zur Auswahl, darunter Eiche, Ahorn, Buche, Ginkgo oder Magnolie. Die Wahl sollte sich nach den Boden- und Lichtverhältnissen des geplanten Standortes richten.
Was passiert, wenn der Baum eingeht? +
Sollte der Baum nicht anwachsen, bieten viele Anbieter Garantien oder Ersatzpflanzungen an. Da die Asche bereits Teil des Substrats war, gilt die Bestattung dennoch als vollzogen.
Wie lange dauert es, bis man den Baum erhält? +
Der Prozess dauert in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Diese Zeit benötigt der Baum in der Baumschule, um das Asche-Erde-Gemisch vollständig zu durchwurzeln.
Kann ich den Baum überall pflanzen? +
Der Baum darf auf jedem Privatgrundstück gepflanzt werden, sofern das Eigentumsrecht dies zulässt (z. B. eigener Garten). In Mietobjekten ist die Zustimmung des Eigentümers erforderlich.