Trauerfloristik
Was ist Trauerfloristik? Sie umfasst den gesamten Blumenschmuck für Beerdigungen, von Kränzen und Gestecken bis zum Sargschmuck, als Zeichen der Würdigung.
Kurz erklärt
- Definition: Die Trauerfloristik bezeichnet die Gesamtheit aller Blumenarrangements bei einer Bestattung, inklusive Kränze, Gestecke und Sargschmuck.
- Funktion: Blumen dienen als letzter Gruß der Angehörigen, spenden Trost und verleihen der Trauerhalle eine würdevolle Atmosphäre.
- Relevanz: Sie ist ein zentrales visuelles Element der Abschiedsfeier und symbolisiert den Kreislauf des Lebens.
- Hamburg: Lokale Floristen liefern die Arrangements meist direkt in die Kapellen der Friedhöfe, etwa nach Ohlsdorf, Eidelstedt oder Rahlstedt.
Die Auswahl der Blumen erfolgt oft in enger Abstimmung mit dem Bestattungsinstitut oder direkt beim Friedhofsgärtner. Neben der ästhetischen Gestaltung spielen dabei auch die Symbolik der Pflanzen, die Jahreszeit und die persönlichen Vorlieben des Verstorbenen eine wichtige Rolle.
Elemente und Organisation
Typische Bestandteile der Trauerfloristik
Das Angebot an floralem Schmuck für Beisetzungen ist vielfältig und reicht von traditionellen Formen bis zu modernen Interpretationen. Zu den wichtigsten Elementen gehören:
- Trauerkranz: Der Kreis symbolisiert die Unendlichkeit und das ewige Leben. Er wird meist mit einer Schleife versehen, auf der ein letzter Gruß gedruckt ist.
- Sargschmuck: Ein flaches, längliches Gesteck, das passgenau auf dem Sargdeckel liegt. Es bildet während der Aufbahrung und der Beerdigung den optischen Mittelpunkt.
- Urnenschmuck: Da Urnen kleiner sind, werden hier oft zarte Kränze, die die Urne umschließen, oder sogenannte Kopfgarnituren verwendet.
- Handstrauß und Nachwurf: Kleine Sträuße oder einzelne Blüten, die Angehörige am Grab als Geste des Loslassens in die Erde geben. Alternativ werden Blütenblätter verwendet.
- Raumdekoration: Große Gestecke, Lorbeerbäume oder Kerzenschmuck, die den Altarraum in der Kapelle rahmen.
Organisation und Besonderheiten in Hamburg
In der Hansestadt ist es üblich, dass Bestatter die Bestellung der Floristik als Teil ihrer Dienstleistung organisieren. Sie arbeiten eng mit spezialisierten Floristen zusammen, die die Gegebenheiten auf den Hamburger Friedhöfen kennen. Die Lieferung erfolgt in der Regel rechtzeitig vor der Zeremonie direkt zur Friedhofskapelle, beispielsweise auf dem Hauptfriedhof Altona oder dem Rahlstedter Friedhof. Nach der Beisetzung werden die Kränze und Gestecke auf dem Grabhügel arrangiert. Bei einer Grabgestaltung auf pflegefreien Feldern oder in Ruheforsten gelten oft gesonderte Regeln, wie lange und in welcher Form Blumenschmuck abgelegt werden darf.
Symbolik der Blumen
Die Wahl der Blumenarten transportiert oft eine stille Botschaft. Rosen stehen klassisch für Liebe und Zuneigung, während weiße Lilien häufig mit Reinheit und dem Tod assoziiert werden. Nelken gelten als Symbol der Treue und Freundschaft, Vergissmeinnicht stehen für das Erinnern. Auch die Farben haben Bedeutung: Weiß dominiert oft als Farbe der Trauer und des Lichts, während Rot tiefe Liebe ausdrückt. Bunte Arrangements werden zunehmend gewählt, um das Leben des Verstorbenen in seiner Vielfalt zu feiern.
Häufige Fragen zur Trauerfloristik
Wer bestellt die Trauerfloristik? +
Den Sargschmuck und die Hauptdekoration bestellen meist die nächsten Angehörigen. Trauergäste geben oft eigene Kränze oder Gestecke in Auftrag oder beteiligen sich an einem Kranz.
Was schreibt man auf die Schleife? +
Üblich sind kurze Abschiedsworte wie „In stiller Trauer“, „Unvergessen“, „Ein letzter Gruß“ oder „In Liebe“, gefolgt von den Namen der Spender.
Was passiert mit den Blumen nach der Beisetzung? +
Die Kränze und Gestecke verbleiben zunächst auf dem Grab. Wenn sie verwelkt sind, werden sie von der Friedhofsverwaltung oder den Angehörigen abgeräumt und entsorgt.
Was kostet ein Trauerkranz? +
Die Kosten variieren stark je nach Größe, Blumenart und Saison. Einfache Kränze sind günstiger als üppige Arrangements mit exotischen Blüten.
Welche Blumen eignen sich für eine Urnenbeisetzung? +
Da das Urnengrab kleiner ist, eignen sich hier filigranere Gestecke, ein Urnenkranz oder einzelne hochwertige Blüten besser als sehr große Gebinde.
Darf man bunte Blumen zur Beerdigung mitbringen? +
Ja, das ist mittlerweile durchaus üblich, besonders wenn der Verstorbene Blumen liebte oder die Feier das Leben widerspiegeln soll.