Trauerrede
Ob durch einen professionellen Trauerredner, einen Geistlichen oder Angehörige – die Rede ist das Herzstück der Trauerfeier in Hamburg.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Trauerrede würdigt das Leben des Verstorbenen und spendet den Hinterbliebenen Trost.
- Man unterscheidet zwischen geistlichen Reden (Pastoren) und weltlichen Trauerreden (freie Redner).
- Grundlage jeder guten Rede ist ein ausführliches Vorgespräch mit den Angehörigen.
- Die Kosten für freie Redner variieren je nach Aufwand, Anfahrt und Wochentag.
- Auch Angehörige können Teile der Rede übernehmen oder die Zeremonie mitgestalten.
Bedeutung und Arten der Trauerrede
Wer hält die Rede auf der Trauerfeier?
In Hamburg und Umgebung ist die Gestaltung der Trauerfeier sehr individuell. Ein zentrales Element ist dabei die Trauerrede, oft auch als Grabrede oder Nachruf bezeichnet. Sie lässt das Leben des Verstorbenen Revue passieren und hilft den Angehörigen, den Verlust zu realisieren. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wer diese Worte spricht:
- Geistliche: Bei einer konfessionellen Bestattung übernimmt meist ein Pastor oder Priester die Rede. Der Fokus liegt hier oft auf der christlichen Hoffnung und biblischen Texten, wobei auch persönliche Aspekte einfließen.
- Freie Trauerredner: Für eine weltliche Trauerfeier entscheiden sich viele Hamburger für einen professionellen Redner. Dieser gestaltet die Zeremonie frei von religiösen Zwängen und stellt die Persönlichkeit des Verstorbenen in den Mittelpunkt.
- Angehörige: Es ist eine besonders persönliche Geste, wenn Familienmitglieder oder enge Freunde selbst sprechen. Da dies emotional sehr fordernd sein kann, ist eine Kombination oft sinnvoll: Ein professioneller Redner führt durch die Zeremonie, und Angehörige steuern kurze Beiträge oder Lesungen bei.
Der Ablauf: Vom Vorgespräch zur Rede
Eine gelungene Trauerrede entsteht nicht am Schreibtisch allein, sondern im Dialog. Der wichtigste Schritt ist das Angehörigengespräch. Dieses findet meist zeitnah nach dem Todesfall statt, entweder im Bestattungsinstitut oder bei den Angehörigen zu Hause – ob in Eimsbüttel, Bergedorf oder Harburg. Der Redner nimmt sich Zeit, um zuzuhören.
In diesem Gespräch werden Erinnerungen gesammelt: Stationen des Lebenslaufes, charakteristische Eigenschaften, Hobbys und Anekdoten. Auch schwierige Phasen im Leben des Verstorbenen können thematisiert werden, um ein authentisches Bild zu zeichnen. Zudem wird der Ablauf der Feier besprochen, etwa die Auswahl der Trauermusik oder Rituale am Grab.
Besondere Situationen: Sternenkinder und Sozialbestattungen
Erfahrene Redner gehen sensibel auf besondere Umstände ein. Bei sogenannten Sternenkindern (früh verstorbenen Kindern) erfordert die Rede besonders viel Einfühlsamkeit und eine behutsame Wortwahl. Auch bei einer Sozialbestattung, die vom Sozialamt finanziert wird, haben Verstorbene das Recht auf einen würdevollen Abschied. In Hamburg gibt es Redner, die ihre Honorare anpassen oder spezielle Vereinbarungen für solche Fälle anbieten, damit auch hier eine persönliche Würdigung möglich ist.
Das Manuskript als Erinnerung
Viele professionelle Trauerredner bieten an, das Manuskript der Rede nach der Feier den Angehörigen zu übergeben. Dies kann in gedruckter Form in einer Mappe oder digital geschehen. Für die Trauerbewältigung ist dieses Dokument oft sehr wertvoll, da man die Worte später in Ruhe noch einmal nachlesen kann.
Kosten und Honorar für Trauerredner
Während der Dienst eines Geistlichen in der Regel durch die Kirchensteuer abgegolten ist (sofern der Verstorbene Mitglied war), arbeiten freie Trauerredner auf Honorarbasis. Die Kosten sind nicht gesetzlich festgelegt und hängen von mehreren Faktoren ab:
- Vorbereitungszeit: Das Vorgespräch und das Verfassen einer individuellen Rede nehmen mehrere Stunden in Anspruch.
- Anfahrt: Je nach Entfernung zum Friedhof oder zur Trauerhalle (z. B. Ohlsdorf, Öjendorf oder kleinere Stadtteilfriedhöfe) fallen Fahrtkosten an.
- Wochentag: Findet die Beisetzung an einem Samstag statt, berechnen viele Dienstleister einen Wochenendzuschlag.
- Umfang: Soll der Redner nur die Rede halten oder die gesamte Zeremonie inklusive Musik und Gang zum Grab moderieren?
Zusätzlich muss beachtet werden, dass auf das Honorar in der Regel die gesetzliche Mehrwertsteuer anfällt. Es lohnt sich, im Vorfeld ein klares Angebot einzuholen, das alle Posten transparent auflistet.
Vorbereitung auf das Trauergespräch
- Lebenslauf des Verstorbenen (Geburtsdaten, Schule, Beruf, Stationen)
- Liste der engsten Angehörigen (für die Begrüßung)
- Fotos aus verschiedenen Lebensphasen zur Inspiration
- Charaktereigenschaften und besondere Anekdoten
- Musikwünsche (Lieblingslieder des Verstorbenen)
- Informationen zu Vereinen oder Ehrenämtern
- Besondere Wünsche für die Zeremonie (z. B. Rituale)
Ablauf der Zusammenarbeit mit einem Redner
-
1Kontaktaufnahme (telefonisch oder per E-Mail)
-
2Terminvereinbarung für das persönliche Vorgespräch
-
3Ausführliches Gespräch über den Verstorbenen und die Feier
-
4Ausarbeitung der individuellen Rede durch den Redner
-
5Abstimmung von Details (Musik, Ablauf mit Bestatter)
-
6Halten der Rede auf der Trauerfeier
-
7Begleitung zum Grab (optional)
-
8Übergabe des Redemanuskripts