Trauerkaffee
Ein wichtiger Moment des Erinnerns und Stärkens – Tipps zur Organisation, geeigneten Orten in Hamburg und dem Ablauf.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Trauerkaffee dient dem gemeinsamen Austausch und dem Lösen der Anspannung nach der Beisetzung.
- In Hamburg findet dieser oft in nahegelegenen Cafés, Restaurants oder direkt in den Räumlichkeiten des Bestatters statt.
- Klassische Speisen sind Butterkuchen, belegte Brote und Suppe; die Auswahl hängt von der Tageszeit ab.
- Die Kosten werden durch die Gästezahl, die Bewirtungsart und die Raummiete bestimmt.
Organisation und Hintergründe
Bedeutung und Tradition des Leichenschmauses
Der Trauerkaffee, oft auch als Leichenschmaus oder Beerdigungskaffee bezeichnet, markiert den Übergang von der formellen Abschiednahme hin zum persönlichen Austausch. Nach der emotionalen Belastung der Trauerfeier und der Beisetzung bietet dieses Zusammenkommen den Hinterbliebenen die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen zu stärken und Erinnerungen an den Verstorbenen zu teilen. Psychologisch betrachtet hilft dieses Ritual, die erste Schwere der Trauer zu lindern und signalisiert, dass das Leben weitergeht. In Hamburg ist es üblich, dieses Beisammensein eher schlicht und würdevoll zu halten, wobei der Fokus auf dem Gespräch liegt.
Geeignete Orte in Hamburg finden
Die Wahl der Örtlichkeit hängt maßgeblich von der Anzahl der Trauergäste und der Lage des Friedhofs ab. In Hamburg bieten sich verschiedene Optionen an. Viele Angehörige entscheiden sich für ein Café oder Restaurant in unmittelbarer Nähe zu großen Friedhöfen wie Ohlsdorf oder Öjendorf, um lange Anfahrtswege für die Trauergesellschaft zu vermeiden. Alternativ verfügen viele Hamburger Bestattungsinstitute über eigene Abschiedsräume oder Cafeterien, die exklusiv für den Trauerkaffee genutzt werden können. Dies hat den Vorteil einer sehr privaten Atmosphäre ohne fremde Gäste im Nebenraum. Auch eine Ausrichtung im privaten häuslichen Umfeld ist möglich, erfordert jedoch mehr organisatorischen Aufwand durch die Familie.
Speisen und Getränke: Hanseatische Traditionen
Die Bewirtung beim Trauerkaffee ist traditionell eher bodenständig. In Norddeutschland und speziell in Hamburg gehört der Butterkuchen oder Streuselkuchen fast zwingend dazu. Ergänzt wird das Angebot meist durch belegte Brötchen oder Schnittchen sowie Kaffee und Tee. Findet die Beisetzung um die Mittagszeit statt, wird häufig auch eine Suppe oder Bouillon gereicht. Die Auswahl der Speisen sollte sich danach richten, was der Verstorbene gerne mochte oder was für die Angehörigen am einfachsten zu handhaben ist. Ein aufwendiges Menü ist unüblich; der Fokus liegt auf der Stärkung der Gäste.
Einladung und Kommunikation
Die Einladung zum Trauerkaffee erfolgt in der Regel direkt im Anschluss an die Beisetzung am Grab oder bereits im Vorfeld durch die Trauerdruck-Sachen. In der Traueranzeige oder den Trauerkarten kann mit einem kurzen Satz wie „Im Anschluss bitten wir zum Beisammensein in...“ darauf hingewiesen werden. Wer den Kreis klein halten möchte, spricht die Einladung mündlich oder durch separate Kärtchen nur an ausgewählte Personen aus. Es ist hilfreich, bei der Reservierung der Lokalität eine ungefähre Personenzahl anzugeben, wobei Gastronomen in Hamburg bei Trauerfeiern meist flexibel auf leichte Schwankungen reagieren.
Checkliste für den Trauerkaffee
- Grobe Anzahl der Gäste schätzen (Familie, Freunde, Nachbarn)
- Budgetrahmen festlegen
- Ort auswählen (Restaurant, Café, Bestatter-Räumlichkeiten oder zu Hause)
- Verfügbarkeit am Tag der Beisetzung prüfen und reservieren
- Speisen und Getränke auswählen (Kuchen, Schnittchen, Suppe)
- Einladung aussprechen (in der Traueranzeige oder persönlich)
- Transport für gehbehinderte Gäste vom Friedhof zum Café klären
Ablauf der Organisation
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1Gästezahl basierend auf der Adressliste überschlagen
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2Lokalität in Friedhofsnähe oder beim Bestatter anfragen
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3Menüauswahl treffen (Pauschale oder nach Verzehr)
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4Gäste über Ort und Zeit informieren
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5Dekoration (z.B. Blumen vom Sarg oder ein Foto) absprechen
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6Gemeinsamer Weg vom Grab zur Lokalität