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● Soforthilfe Die ersten Schritte
Ratgeber Trauerbegleitung

Erinnerungsschmuck

Wie Schmuckstücke mit Fingerabdruck, Haaren oder Asche helfen können, die Erinnerung an geliebte Menschen oder Haustiere in Hamburg zu bewahren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erinnerungsschmuck dient als haptisches Andenken an Verstorbene und unterstützt viele Hinterbliebene bei der Trauerbewältigung.
  • Zu den gängigsten Varianten zählen Anhänger mit Fingerabdruckgravur, Medaillons für Haare oder spezielle Asche-Amulette.
  • Bei menschlichen Verstorbenen gelten in Deutschland strenge Gesetze bezüglich der Totenasche; oft wird daher symbolisch Erde oder ein Haarsträhne verwendet.
  • Für verstorbene Haustiere sind die Möglichkeiten in Hamburg weitreichender, da hier Asche legal im Schmuckstück verarbeitet oder zu Hause aufbewahrt werden darf.
  • Der Wunsch nach einem Fingerabdruck sollte dem Bestatter zeitnah mitgeteilt werden, idealerweise vor der Einbettung oder Einäscherung.

Formen und Bedeutung von Gedenkschmuck

Was ist Erinnerungsschmuck?

Erinnerungsschmuck, oft auch als Memorialschmuck oder Gedenkschmuck bezeichnet, ist eine spezielle Form des Andenkens, die es Hinterbliebenen ermöglicht, einen Teil des Verstorbenen symbolisch bei sich zu tragen. In der Trauerbegleitung wird dieser Aspekt oft als hilfreich empfunden, da er eine physische Verbindung aufrechterhält. Die Schmuckstücke reichen von diskreten Ringen und Anhängern bis hin zu aufwendig gestalteten Amuletten. In Hamburg arbeiten viele Bestattungsinstituten mit spezialisierten Goldschmieden oder Manufakturen zusammen, um diese individuellen Wünsche zu realisieren.

Fingerabdruckschmuck

Eine der persönlichsten Formen ist der Schmuck mit Fingerabdruckgravur. Hierbei wird der einzigartige Fingerabdruck des Verstorbenen in Edelmetalle wie Gold oder Silber eingearbeitet. Dies kann als Anhänger, Ring oder Armband geschehen. Wichtig ist, dass der Abdruck rechtzeitig genommen wird. Hamburger Bestatter, etwa in Stadtteilen wie Sasel oder Ohlsdorf, bieten diesen Service oft standardmäßig im Rahmen der Versorgung des Verstorbenen an. Der Abdruck wird meist digital oder mittels einer speziellen Silikonmasse abgenommen, bevor der Sarg endgültig geschlossen wird.

Schmuck mit Haaren oder Erde

Medaillons, die sich öffnen lassen oder über ein Sichtfenster verfügen, können kleine Erinnerungsstücke aufbewahren. Häufig wird eine Locke des Verstorbenen oder etwas Erde von der Grabstätte darin verwahrt. Diese Variante ist unkompliziert und erfordert keine komplexen chemischen Prozesse. Sie ist eine traditionelle Form, die Erinnerung physisch greifbar zu machen, und steht im Einklang mit den meisten Trauerritualen.

Ascheschmuck und Diamantbestattung

Ein komplexeres Thema ist die Verarbeitung von Totenasche. Während dies bei Tierbestattungen in Hamburg problemlos möglich ist, unterliegt die menschliche Asche in Deutschland dem Friedhofszwang. Es gibt jedoch Wege, bei denen ein minimaler Teil der Asche im Ausland (z.B. Schweiz oder Niederlande) zu einem Erinnerungsdiamanten gepresst oder in ein Amulett gefüllt wird, bevor die Urne in Hamburg beigesetzt wird. Dies muss zwingend vor der Beisetzung mit dem Bestatter koordiniert werden, da hierfür logistische Schritte und behördliche Genehmigungen notwendig sind.

Besonderheiten bei der Tierbestattung

Für Tierhalter in Hamburg gelten andere Regelungen als im Humanbereich. Wenn ein geliebtes Haustier verstirbt, entfällt der Friedhofszwang. Das bedeutet, dass nach einer Einzeleinäscherung in einem Tierkrematorium die Asche vollständig oder teilweise ausgehändigt werden darf. Dies eröffnet vielfältige Möglichkeiten für Erinnerungsschmuck:

  • Asche-Amulette: Ein Teil der Asche wird direkt in einen Anhänger gefüllt.
  • Pfotenabdrücke: Ähnlich dem Fingerabdruck beim Menschen können Pfotenabdrücke in Metall graviert oder als 3D-Abdruck in Keramik oder Gips gefertigt werden.
  • Veredelung: Es gibt Verfahren, bei denen Tierasche in Glasperlen („Perle mit Seele“) oder synthetische Edelsteine eingearbeitet wird.

Viele Tierbestatter, die beispielsweise im Hamburger Umland oder direkt in der Stadt ansässig sind, haben Musterkollektionen vor Ort, um die Auswahl zu erleichtern.

Checkliste: Erinnerungsschmuck auswählen

  • Zeitpunkt beachten: Wunsch nach Fingerabdruck oder Haarlocke sofort beim Bestatter äußern.
  • Materialwahl treffen: Soll es Gold, Silber, Edelstahl oder ein anderes Material sein?
  • Art des Schmucks bestimmen: Ring, Anhänger, Armband oder Medaillon.
  • Budget festlegen: Die Kosten hängen stark von Material (z.B. Goldpreis) und Fertigungsaufwand ab.
  • Rechtliche Lage klären: Bei Ascheschmuck für Menschen die Umsetzbarkeit (Ausland) prüfen.
  • Lieferzeit einplanen: Individuelle Anfertigungen benötigen oft mehrere Wochen.

Ablauf der Anfertigung

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    Beratungsgespräch mit dem Bestatter oder Juwelier führen.
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    Auswahl des Schmuckstücks aus einem Katalog oder als Individualanfertigung.
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    Abnahme des Fingerabdrucks (digital oder Silikon) oder Sicherung der Haare/Asche durch den Bestatter.
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    Weiterleitung der Daten oder Materialien an die Manufaktur.
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    Fertigung des Schmuckstücks (Dauer variiert je nach Komplexität).
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    Übergabe des fertigen Erinnerungsstücks an die Angehörigen.