Vorsorgevertrag
Was ist ein Vorsorgevertrag? Ein Vertrag zur verbindlichen Regelung der eigenen Bestattung und deren Finanzierung zu Lebzeiten.
Kurz erklärt
- Definition: Ein Vorsorgevertrag ist eine rechtlich verbindliche Vereinbarung zwischen einer Privatperson und einem Bestattungshaus zur Regelung der eigenen Bestattung zu Lebzeiten.
- Funktion: Er legt detailliert fest, wie die Beisetzung ablaufen soll, und sichert die Finanzierung (z. B. über ein Treuhandkonto) ab.
- Relevanz: Der Vertrag entlastet Angehörige im Trauerfall von organisatorischen Entscheidungen und finanziellen Forderungen.
- Hamburg: Viele Hamburger Institute arbeiten mit der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG zusammen, um Gelder insolvenzsicher zu hinterlegen.
Ein solcher Vertrag geht über eine bloße Willensbekundung hinaus, da er die Umsetzung der Wünsche durch eine finanzielle Deckung garantiert. Er ist ein zentraler Baustein der umfassenden Bestattungsvorsorge, der sicherstellt, dass persönliche Vorstellungen auch tatsächlich realisiert werden.
Details zum Vorsorgevertrag
Inhaltliche Regelungen und Ablauf
In einem Vorsorgevertrag werden alle wesentlichen Aspekte der späteren Bestattung festgehalten. Dazu gehört zunächst die Wahl der Bestattungsart, beispielsweise ob eine Feuerbestattung oder eine Erdbestattung gewünscht wird. Auch der genaue Ort der Beisetzung, etwa ein bestimmter Friedhof wie der Friedhof Ohlsdorf oder ein Ruheforst im Hamburger Umland, kann vertraglich fixiert werden.
Darüber hinaus können detaillierte Wünsche zum Ablauf der Trauerfeier, zur musikalischen Untermalung, zur Floristik und zur Auswahl von Sarg oder Urne aufgenommen werden. In Hamburg bieten Bestatter in der Regel ein ausführliches Beratungsgespräch an, um diese Punkte zu klären und einen Kostenvoranschlag zu erstellen, der als Basis für die Vertragssumme dient.
Finanzielle Absicherung und Treuhand
Ein wesentliches Merkmal des Vorsorgevertrags ist die finanzielle Absicherung der vereinbarten Leistungen. Anders als bei einer bloßen Verfügung wird das benötigte Kapital bereits zu Lebzeiten bereitgestellt. Dies geschieht häufig durch die Einzahlung auf ein Treuhandkonto oder durch den Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Diese Modelle stellen sicher, dass das Geld zweckgebunden für die Bestattung verwendet wird und im Falle einer Insolvenz des Bestattungsunternehmens geschützt ist. Auch gegenüber dem Sozialamt gilt dieses Vermögen in der Regel als Schonvermögen, sofern es angemessen ist und strikt zweckgebunden für die Bestattungsvorsorge eingesetzt wird.
Abgrenzung zu anderen Dokumenten
Der Vorsorgevertrag regelt spezifisch die bestattungsrechtlichen und finanziellen Belange gegenüber einem Dienstleister. Er ersetzt jedoch keine medizinischen Verfügungen. Für Entscheidungen am Lebensende ist zusätzlich eine Patientenverfügung ratsam. Während ein Testament oft erst nach der Beisetzung eröffnet wird, liegt der Vorsorgevertrag dem Bestatter direkt vor, sodass im Sterbefall sofort im Sinne des Verstorbenen gehandelt werden kann.
Häufige Fragen zum Vorsorgevertrag
Ist ein Vorsorgevertrag rechtlich bindend? +
Ja, der Vertrag ist für beide Seiten bindend. Der Bestatter verpflichtet sich, die vereinbarten Leistungen zu erbringen, und der Vorsorgende sichert die Finanzierung zu. Änderungen sind in gegenseitigem Einvernehmen meist jederzeit möglich.
Was passiert, wenn das Bestattungsinstitut insolvent geht? +
Bei seriösen Modellen fließt das Geld nicht auf das Geschäftskonto des Bestatters, sondern auf ein Treuhandkonto (z. B. bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG). Dadurch ist das eingezahlte Kapital vor dem Zugriff Dritter und einer Insolvenz geschützt.
Kann ich den Vertrag später noch ändern? +
Ja, Wünsche und Lebensumstände können sich ändern. Anpassungen am Inhalt des Vertrags sind in der Regel problemlos möglich, können jedoch Auswirkungen auf die hinterlegte Summe haben, wenn Leistungen hinzugefügt oder gestrichen werden.
Welche Unterlagen werden für den Abschluss benötigt? +
Für den Vertragsabschluss selbst reicht meist der Personalausweis. Es ist jedoch sinnvoll, bereits Kopien wichtiger Dokumente wie Geburts- oder Heiratsurkunde beim Bestatter zu hinterlegen, um den Angehörigen spätere Behördengänge zu erleichtern.
Gilt der Vertrag auch bei einem Umzug? +
Das hängt von den Vertragsbedingungen ab. Oft kann das hinterlegte Geld auf einen neuen Bestatter am neuen Wohnort übertragen werden, wenn eine entsprechende Kündigungsklausel oder Übertragungsvereinbarung besteht.