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Urnenbeisetzung

Was ist eine Urnenbeisetzung? Sie bezeichnet die Bestattung der Asche in einer Urne nach der Kremation. Erfahren Sie mehr zu Ablauf, Orten und Vorschriften.

Kurz erklärt

  • Definition: Die Urnenbeisetzung ist die Beisetzung der Asche eines Verstorbenen in einem Behältnis (Urne) nach erfolgter Einäscherung.
  • Funktion: Sie ermöglicht diverse Bestattungsorte wie Friedhöfe, Wälder oder das Meer, die bei einer Sargbestattung ausgeschlossen wären.
  • Relevanz: Diese Form ist in Deutschland mittlerweile die am häufigsten gewählte Bestattungsart, oft aufgrund geringerer Grabpflegekosten und flexiblerer Gestaltungsmöglichkeiten.
  • Hamburg: In der Hansestadt finden Urnenbeisetzungen auf allen großen Friedhöfen wie Ohlsdorf oder Öjendorf sowie als Seebestattungen ab den Häfen an Nord- und Ostsee statt.

Die Urnenbeisetzung setzt zwingend eine vorherige Feuerbestattung (Kremation) voraus. Nach der Einäscherung im Krematorium wird die Asche in eine Aschekapsel gefüllt, die meist in eine dekorative Überurne eingesetzt wird. Angehörige können zwischen verschiedenen Grabarten wählen, von der klassischen Grabstätte bis hin zu naturnahen Alternativen.

Ablauf und Möglichkeiten

Voraussetzungen und Ablauf

Damit eine Urnenbeisetzung stattfinden kann, muss eine eindeutige Willenserklärung des Verstorbenen oder der nächsten Angehörigen zur Einäscherung vorliegen. Zudem ist eine zweite Leichenschau vor der Kremation gesetzlich vorgeschrieben. Der zeitliche Ablauf gestaltet sich flexibler als bei einer Erdbestattung, da die Urne nicht sofort nach Eintritt des Todes beigesetzt werden muss. Oft vergehen zwischen Tod und Beisetzung 10 bis 25 Tage. Eine Abschiedsfeier kann entweder vor der Einäscherung am Sarg oder später direkt an der Urne stattfinden.

Orte für die Urnenbeisetzung

Die Asche bietet mehr Optionen für den Beisetzungsort als ein Sarg. In Deutschland herrscht Friedhofszwang, was bedeutet, dass die Urne auf einer dafür zugelassenen Fläche beigesetzt werden muss. Ausnahmen bilden lediglich die Seebestattung und in einigen Bundesländern das Verstreuen der Asche auf ausgewiesenen Streuwiesen.

  • Friedhof: Hier gibt es Wahlgräber, Reihengräber, Urnenwände (Kolumbarien) oder anonyme Rasenfelder. Große Hamburger Friedhöfe wie der Hauptfriedhof Altona oder der Friedhof Ohlsdorf bieten zudem Themengrabstätten an.
  • Wald: In einem Friedwald oder RuheForst wird die biologisch abbaubare Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt.
  • See: Die Übergabe der speziellen Seeurne an das Meer erfolgt in ausgewiesenen Gebieten der Nordsee oder Ostsee.

Besonderheiten in Hamburg

In Hamburg ist der Anteil der Urnenbeisetzungen traditionell hoch. Neben den städtischen und kirchlichen Friedhöfen nutzen viele Hamburger die Nähe zur Küste für eine maritime Abschiednahme. Auf dem Friedhof Öjendorf und dem Friedhof Ohlsdorf gibt es zudem Möglichkeiten für eine anonyme Bestattung oder teilanonyme Beisetzung, bei der die Pflege durch die Friedhofsverwaltung übernommen wird. Die Ruhefristen für Urnen sind in den Friedhofssatzungen geregelt und betragen in Hamburg häufig 20 oder 25 Jahre, abhängig vom genauen Grabtyp und Friedhof.

Häufige Fragen zur Urnenbeisetzung

Wie lange dauert es von der Einäscherung bis zur Urnenbeisetzung? +

In der Regel vergehen zwischen der Einäscherung und der Beisetzung etwa 10 bis 14 Tage. Der genaue Termin hängt von der Terminvergabe des Friedhofs oder der Reederei sowie den Wünschen der Angehörigen ab.

Darf ich die Urne mit nach Hause nehmen? +

Nein, in Deutschland herrscht Friedhofszwang. Die Urne muss auf einem Friedhof, in einem Bestattungswald oder auf See beigesetzt werden. Eine private Aufbewahrung zu Hause ist gesetzlich nicht zulässig.

Ist eine Trauerfeier an der Urne möglich? +

Ja, viele Angehörige entscheiden sich für eine Trauerfeier direkt vor der Urnenbeisetzung. Die Urne wird dazu oft in der Kapelle oder Feierhalle aufgebahrt und geschmückt.

Welche Urnen sind für eine Waldbestattung erlaubt? +

Für eine Waldbestattung sind zwingend biologisch abbaubare Urnen vorgeschrieben. Diese bestehen oft aus Holz, Maisstärke oder Naturfasern, um sich im Boden mit der Zeit aufzulösen.

Was kostet eine Urnenbeisetzung? +

Die Kosten setzen sich aus den Leistungen des Bestatters, den Krematoriumsgebühren und den Friedhofsgebühren zusammen. Urnengräber sind in der Regel günstiger als Erdgräber, da sie weniger Fläche beanspruchen. Die genaue Höhe hängt von der gewählten Grabart (z.B. anonym vs. Wahlgrab) und dem Friedhof ab.

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