Seebestattung
Was ist eine Seebestattung? Bei dieser Bestattungsart wird die Asche in einer wasserlöslichen Urne dem Meer übergeben. Erfahren Sie mehr zu Ablauf und Voraussetzungen.
Kurz erklärt
- Definition: Die Seebestattung ist eine Form der Bestattung, bei der die Asche des Verstorbenen in einer speziellen, wasserlöslichen Urne dem Meer übergeben wird.
- Funktion: Sie ermöglicht eine letzte Ruhestätte in der Natur (Nordsee, Ostsee oder Weltmeere) und entbindet die Angehörigen von der langfristigen Grabpflege.
- Relevanz: Diese Bestattungsart wird oft gewählt, wenn eine besondere Verbundenheit zur See bestand oder eine pflegefreie Grabstätte gewünscht ist.
- Hamburg: In der Hansestadt ist der maritime Abschied traditionell verankert; lokale Bestatter organisieren die Fahrten meist zu Häfen an der Küste.
Eine Seebestattung setzt zwingend eine vorherige Feuerbestattung voraus, da nur die Asche auf See beigesetzt werden darf. Nach der Einäscherung im Krematorium wird die Asche in eine spezielle Seeurne gefüllt, die sich im Wasser nach einiger Zeit vollständig auflöst und die Asche dem Meeresboden übergibt.
Details zur Seebestattung
Voraussetzungen und Ablauf
Damit eine Seebestattung durchgeführt werden kann, muss der Verstorbene dies zu Lebzeiten schriftlich verfügt haben, oder die Angehörigen müssen glaubhaft machen, dass dies dem Willen des Verstorbenen entsprach. Der Ablauf unterscheidet sich deutlich von einer Beerdigung auf dem Friedhof. Nach der Einäscherung wird die Urne von einem Bestatter an eine spezialisierte Reederei übergeben. Das Schiff fährt in ein gesetzlich festgelegtes Seegebiet (außerhalb der Drei-Meilen-Zone), den sogenannten „Rauen Grund“, wo weder Fischerei noch Wassersport erlaubt sind.
Begleitete vs. Stille Seebestattung
Bei einer begleiteten Seebestattung fahren die Angehörigen auf dem Schiff mit. Es findet eine Trauerfeier an Bord statt, oft mit einer Rede des Kapitäns. Die Urne wird feierlich dem Meer übergeben, begleitet von traditionellen Ritualen wie dem Glasen der Schiffsglocke. Bei einer stillen Seebestattung erfolgt die Beisetzung durch die Reederei ohne Begleitung der Angehörigen. Diese Variante ist oft kostengünstiger.
Besonderheiten in Hamburg
Obwohl Hamburg über einen großen Hafen verfügt, finden die eigentlichen Beisetzungen in der Regel nicht direkt auf der Elbe vor den Landungsbrücken statt, sondern auf der offenen See. Hamburger Bestattungsinstitute kooperieren hierfür mit Reedereien an der Nordsee (z. B. ab Cuxhaven oder Büsum) und der Ostsee (z. B. ab Travemünde oder Kiel). Angehörige erhalten nach der Beisetzung eine Seekarte oder einen Auszug aus dem Logbuch mit den genauen Koordinaten der Beisetzungsposition. Dies dient als Ort des Gedenkens, da es keine feste Grabstelle wie auf dem Friedhof Ohlsdorf gibt.
Häufige Fragen zur Seebestattung
Ist eine Seebestattung teurer als eine Erdbestattung? +
Oft ist sie günstiger, da Kosten für den Friedhof, das Grabmal und die langfristige Grabpflege entfallen. Die Kosten hängen jedoch stark davon ab, ob eine Begleitung durch Angehörige (Reederei-Kosten, Bewirtung) gewünscht ist oder eine stille Beisetzung gewählt wird.
Brauche ich eine spezielle Verfügung für eine Seebestattung? +
Ja, idealerweise liegt eine schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen vor. Fehlt diese, können die nächsten Angehörigen erklären, dass die Seebestattung dem Willen des Verstorbenen entsprach.
Können Angehörige bei der Beisetzung dabei sein? +
Ja, bei einer begleiteten Seebestattung fahren die Angehörigen mit auf See. Es ist üblich, dass bis zu einer bestimmten Personenanzahl eine Trauerfeier an Bord abgehalten wird.
Wo genau findet die Beisetzung statt? +
Die Beisetzung erfolgt in speziell ausgewiesenen Seegebieten in der Nordsee, Ostsee oder auch im Atlantik, abseits von Fischereigebieten und Wassersportzonen.
Was passiert mit dem Blumenschmuck? +
Blumen und Blütenblätter dürfen meist als letzter Gruß ins Meer gegeben werden, sofern sie aus natürlichem Material sind. Kränze mit Draht oder Styropor sind aus Umweltschutzgründen auf See nicht gestattet; oft wird der Kranz nur symbolisch gezeigt und wieder mitgenommen oder es wird ein spezieller Seekranz verwendet.