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Sarg

Was ist ein Sarg? Ein Behältnis zur Bestattung oder Einäscherung. Erfahren Sie alles zu Materialien, der Sargpflicht und Besonderheiten in Hamburg.

Kurz erklärt

  • Definition: Ein Sarg ist ein verschließbares Behältnis aus Holz oder anderen verrottbaren Materialien, das zur Aufnahme, zum Transport und zur Beisetzung eines Verstorbenen dient.
  • Funktion: Er gewährleistet die hygienische Überführung, ermöglicht eine würdevolle Aufbahrung und ist technisch für die Einäscherung notwendig.
  • Relevanz: In Deutschland besteht grundsätzlich Sargpflicht, weshalb auch für eine Feuerbestattung ein entsprechender Sarg benötigt wird.
  • Hamburg: Auf Friedhöfen wie dem Hauptfriedhof Altona oder in Niendorf gelten spezifische Umweltauflagen für Lacke und Materialien.

Die Wahl des Sarges ist eine zentrale Entscheidung im Trauerfall, da er oft den optischen Mittelpunkt der Trauerfeier bildet. Je nach Bestattungsart unterscheidet man zwischen massiven Modellen für die Erdbestattung und leichteren Varianten für das Krematorium. Die Gestaltung reicht von schlichten Kiefernhölzern bis hin zu edlen Harthölzern mit aufwendigen Verzierungen.

Wissenswertes zum Sarg

Arten und Materialien

Särge werden primär nach ihrem Verwendungszweck unterschieden. Ein Erdbestattungssarg muss dem Erddruck standhalten und besteht meist aus massivem Holz wie Eiche, Kiefer oder Mahagoni. Er muss innerhalb der Ruhezeit vollständig verrottbar sein. Ein Verbrennungssarg für die Feuerbestattung ist hingegen meist einfacher konstruiert, oft aus Pappel- oder Fichtenholz, da er im Krematorium gemeinsam mit dem Verstorbenen eingeäschert wird. In Hamburg achten Friedhofsverwaltungen und Krematorien streng darauf, dass keine umweltschädlichen Lacke oder Kunststoffe verwendet werden.

Sargpflicht und Vorschriften in Hamburg

In Deutschland herrscht grundsätzlich Sargpflicht. Das bedeutet, dass jeder Verstorbene in einem Sarg transportiert und bestattet werden muss. Dies dient primär der Hygiene und der Pietät. In Hamburg gibt es jedoch auf bestimmten Friedhöfen, wie dem Friedhof Ohlsdorf, Ausnahmen für religiöse Bestattungen (z.B. nach muslimischem Ritus), bei denen unter bestimmten Voraussetzungen eine Beisetzung im Leinentuch ohne Sarg möglich ist. Für den Transport zum Friedhof oder Krematorium bleibt der Sarg jedoch zwingend vorgeschrieben.

Ausstattung und Kostenfaktoren

Die Kosten für einen Sarg variieren stark und hängen von der Holzart, der Verarbeitung und der Innenausstattung (Ausschlag, Decke, Kissen) ab. Einfache Modelle sind bereits günstig erhältlich, während aufwendige Truhensärge oder Designerstücke die Bestattungskosten deutlich erhöhen können. Angehörige können die Auswahl oft im Rahmen der Bestattungsvorsorge bereits zu Lebzeiten festlegen oder sich kurzfristig beim Bestatter beraten lassen.

Häufige Fragen zum Sarg

Ist ein Sarg bei einer Feuerbestattung Pflicht? +

Ja, auch bei einer Feuerbestattung ist ein Sarg gesetzlich vorgeschrieben. Der sogenannte Verbrennungssarg ist für die technischen Abläufe im Krematorium notwendig und dient der Würde des Verstorbenen bis zur Einäscherung.

Kann man einen Sarg selbst gestalten? +

Das ist oft möglich. Viele Menschen nutzen die individuelle Bemalung oder Gestaltung des Sarges als Teil der Trauerbewältigung. Dies sollte jedoch vorab mit dem Bestatter abgesprochen werden, um sicherzustellen, dass die verwendeten Farben und Materialien zulässig sind.

Gibt es Särge für Übergrößen? +

Ja, Bestatter bieten Särge in verschiedenen Maßen an. Für Verstorbene mit höherem Körpergewicht oder besonderer Körpergröße werden spezielle Übergrößensärge angefertigt, die stabiler und breiter konstruiert sind.

Was passiert mit den Griffen am Sarg? +

Bei der Erdbestattung verbleiben die Griffe meist am Sarg, sofern sie aus verrottbarem Material sind oder die Friedhofsordnung dies zulässt. Vor einer Einäscherung werden Metallbeschläge oft entfernt oder es werden von vornherein brennbare Materialien verwendet.

Darf ich den Sarg selbst bauen? +

Theoretisch ist dies erlaubt, sofern der Sarg die gesetzlichen Anforderungen (Dichtigkeit, Stabilität, Verrottbarkeit, Maße) erfüllt. In der Praxis wird dies jedoch meist nur in enger Abstimmung mit einem Bestattungsunternehmen realisiert.

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