Rekonstruktion des Körpers
Was ist die Rekonstruktion des Körpers? Sie bezeichnet die ästhetische Wiederherstellung Verstorbener nach Unfällen oder Krankheit, um eine Abschiednahme am offenen Sarg zu ermöglichen.
Kurz erklärt
- Definition: Die Rekonstruktion des Körpers umfasst thanatopraktische Maßnahmen zur optischen Wiederherstellung eines Verstorbenen, dessen Erscheinungsbild durch Unfall oder Krankheit beeinträchtigt wurde.
- Funktion: Ziel ist es, sichtbare Verletzungen oder Verfärbungen so zu behandeln, dass eine pietätvolle Aufbahrung am offenen Sarg möglich wird.
- Relevanz: Für Angehörige ist der letzte Anblick oft entscheidend, um den Tod zu begreifen und traumatische Bilder zu vermeiden.
- Hamburg: Spezialisierte Bestatter und Thanatopraktiker in der Hansestadt arbeiten oft nach DIN EN 15017, um auch in schwierigen Fällen einen Abschied zu ermöglichen.
Diese speziellen Maßnahmen gehen über die standardmäßige hygienische Versorgung hinaus. Sie kommen häufig dann zum Einsatz, wenn ein plötzlicher Tod oder schwere körperliche Veränderungen eine normale Abschiednahme erschweren würden. Durch moderne Techniken der Thanatopraxie kann den Hinterbliebenen die Angst vor dem Anblick des Verstorbenen genommen werden.
Hintergründe und Ablauf
Wann ist eine Rekonstruktion notwendig?
Nicht bei jedem Sterbefall ist eine aufwendige Rekonstruktion erforderlich. Sie wird primär dann angewandt, wenn der Körper des Verstorbenen durch äußere Einwirkungen oder biologische Prozesse stark verändert wurde. Typische Situationen sind schwere Verkehrsunfälle, Gewalteinwirkungen oder sichtbare Folgen von Operationen und langen Krankheitsverläufen. Auch starke Verfärbungen oder Schwellungen können eine ästhetische Bearbeitung notwendig machen. Der Wunsch der Angehörigen, den Verstorbenen noch einmal friedlich zu sehen, steht dabei im Mittelpunkt. Ein erfahrener Bestatter berät in diesen Fällen sensibel zur Machbarkeit.
Methoden der Wiederherstellung
Die Rekonstruktion fällt in den Fachbereich der Thanatopraxie. Fachkräfte nutzen verschiedene Techniken, um das natürliche Erscheinungsbild zurückzugewinnen. Dazu gehören das fachgerechte Vernähen von Wunden, die Rekonstruktion von Gewebe mittels spezieller Wachse (Restaurationswachs) und der Einsatz von Kosmetik, um Hautverfärbungen abzudecken (Camouflage-Technik oder Airbrush). In Hamburg orientieren sich qualifizierte Institute dabei oft an der Norm DIN EN 15017, die Standards für die thanatopraktische Versorgung festlegt. Ziel ist nicht ein künstliches Aussehen, sondern ein möglichst natürlicher, schlafender Ausdruck.
Bedeutung für die Trauerarbeit
Psychologen und Trauerbegleiter betonen oft, wie wichtig das „Begreifen“ des Todes im wörtlichen Sinne sein kann. Wenn ein Mensch plötzlich aus dem Leben gerissen wird, hilft der Anblick des unversehrten Körpers, die Realität des Verlustes zu akzeptieren. Eine gelungene Rekonstruktion nimmt dem Tod seinen Schrecken und ermöglicht positive letzte Erinnerungsbilder. Dies ist ein wesentlicher Schritt innerhalb vieler Trauerrituale, um den Heilungsprozess der Hinterbliebenen zu unterstützen.
Verfügbarkeit in Hamburg
In der Metropolregion Hamburg arbeiten Bestattungsinstitute oft mit spezialisierten Thanatopraktikern zusammen oder haben eigenes geschultes Personal. Große Friedhöfe wie der Friedhof Ohlsdorf oder der Friedhof Öjendorf bieten entsprechende Räumlichkeiten für Aufbahrungen, setzen jedoch voraus, dass der Zustand des Verstorbenen dies hygienisch und ästhetisch zulässt. Die Entscheidung für eine Rekonstruktion sollte zeitnah nach Eintritt des Todes getroffen werden, da der Faktor Zeit für das Ergebnis eine Rolle spielt. Ein Bestattungsinstitut kann die Überführung zu entsprechenden Versorgungsräumen organisieren.
Häufige Fragen zur Rekonstruktion des Körpers
Ist eine Rekonstruktion immer möglich? +
In den meisten Fällen können Thanatopraktiker das Erscheinungsbild so weit wiederherstellen, dass eine Abschiednahme möglich ist. Grenzen gibt es bei extremen Zerstörungen des Gewebes. Eine individuelle Einschätzung durch den Fachmann ist notwendig.
Wie unterscheidet sich die Rekonstruktion von der hygienischen Versorgung? +
Die hygienische Versorgung (Waschen, Ankleiden) ist Standard bei jeder Bestattung. Die Rekonstruktion ist eine erweiterte Maßnahme der Thanatopraxie, die gezielt Verletzungen behebt und Gewebe wiederherstellt.
Wer führt die Rekonstruktion durch? +
Diese Aufgaben übernehmen ausgebildete Thanatopraktiker oder Bestatter mit entsprechender Zusatzausbildung. In Hamburg gibt es spezialisierte Dienstleister für diesen Bereich.
Wie lange dauert eine solche Behandlung? +
Das hängt stark vom Grad der Verletzungen ab. Einfache Maßnahmen dauern wenige Stunden, komplexe Rekonstruktionen können einen oder mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Übernehmen Krankenkassen die Kosten? +
Nein, die Rekonstruktion ist eine private Zusatzleistung im Rahmen des Bestattungsvertrags. Die Kosten variieren je nach Aufwand und werden von den Angehörigen getragen.