Naturstein
Was ist Naturstein? Ein natürlich gewachsenes Gestein wie Granit oder Marmor, das für dauerhafte Grabmale genutzt wird. Erfahren Sie mehr zu Arten und Bearbeitung.
Kurz erklärt
- Definition: Naturstein ist ein in der Natur gewachsenes Gestein (z. B. Granit, Marmor, Sandstein), das im Steinbruch abgebaut und handwerklich bearbeitet wird.
- Funktion: Er dient als witterungsbeständiges Material für Grabmale, Einfassungen und Abdeckplatten, um die Grabstätte dauerhaft zu kennzeichnen.
- Relevanz: Die Wahl des Steins bestimmt maßgeblich die Optik, den Pflegeaufwand und die Haltbarkeit der Grabanlage über Jahrzehnte.
- Hamburg: Auf Friedhöfen wie Ohlsdorf gelten je nach Grabfeld spezifische Gestaltungsvorschriften für die zulässigen Gesteinsarten und Oberflächenbearbeitungen.
Naturstein ist das klassische Material der Grabsteinwahl und bietet durch seine natürliche Entstehung einzigartige Farben und Maserungen. Steinmetze bearbeiten die Oberfläche durch Techniken wie Polieren, Schleifen oder handwerkliches Bossieren, um die Struktur des Steins hervorzuheben. Neben der Ästhetik spielt die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für eine bestimmte Gesteinsart.
Materialkunde und Bearbeitung
Gesteinsarten und ihre Eigenschaften
Nicht jeder Naturstein eignet sich gleichermaßen für jeden Standort. Die Auswahl hängt oft von der gewünschten Symbolik und dem Pflegeaufwand ab.
- Granit: Gilt als besonders hartes und widerstandsfähiges Hartgestein. Es lässt sich gut polieren und ist pflegeleicht, da es kaum Wasser aufnimmt und somit weniger anfällig für Moosbewuchs ist.
- Marmor: Ein Weichgestein, das oft für bildhauerische Arbeiten genutzt wird. Es wirkt edel, ist jedoch empfindlicher gegenüber Säuren und Verwitterung, was im Laufe der Zeit zu einer matten Oberfläche führen kann.
- Sandstein und Kalkstein: Diese Steine haben eine offenporige Struktur und setzen mit der Zeit eine natürliche Patina an. Sie werden häufig für historische oder naturnahe Grabgestaltungen verwendet.
Die Entscheidung für ein Material sollte immer in Abstimmung mit dem Steinmetz erfolgen, der die lokalen Boden- und Lichtverhältnisse auf dem Friedhof einschätzen kann.
Bearbeitung und Gestaltungsmöglichkeiten
Die Bearbeitung des Natursteins verwandelt den Rohblock in ein individuelles Denkmal. Steinmetzbetriebe nutzen verschiedene Techniken:
- Oberflächen: Polierte Flächen sind glänzend und schmutzabweisend, während geschliffene oder geflammte Oberflächen matt und natürlich wirken. Handwerklich behauene (bossierte) Steine haben eine rustikale Anmutung.
- Inschriften: Namen und Daten werden entweder vertieft in den Stein eingemeißelt, erhaben ausgearbeitet oder als Metallbuchstaben (Bronze, Aluminium) aufgesetzt.
- Ornamente: Symbole oder Reliefs können direkt aus dem Stein herausgearbeitet werden.
Eine professionelle Bestattung beinhaltet oft die langfristige Planung des Grabmals, wobei Lieferzeiten für spezielle Natursteine mehrere Wochen bis Monate betragen können.
Vorschriften und Genehmigung in Hamburg
In Hamburg darf nicht jeder Naturstein auf jedem Grabfeld aufgestellt werden. Die Friedhofsordnungen, beispielsweise auf dem Friedhof Ohlsdorf oder den bezirklichen Friedhöfen in Bergedorf und Harburg, schreiben oft konkrete Maße und Bearbeitungsformen vor.
- Genehmigungspflicht: Vor der Aufstellung muss der Steinmetz einen Entwurf bei der Friedhofsverwaltung einreichen. Erst nach schriftlicher Genehmigung darf das Fundament gesetzt und der Stein montiert werden.
- Standsicherheit: Nach der Beisetzung und der Setzung des Steins wird die Standfestigkeit regelmäßig durch die Friedhofsverwaltung geprüft (sogenannte Rüttelprobe), um Unfälle zu vermeiden.
- Gestaltungsvorgaben: In historischen Bereichen oder auf Waldfriedhöfen sind oft nur matte, unpolierte Natursteine zulässig, um das naturnahe Gesamtbild nicht zu stören.
Häufige Fragen zu Naturstein
Welcher Naturstein ist am pflegeleichtesten? +
Polierter Granit gilt als besonders pflegeleicht. Durch die glatte, verdichtete Oberfläche finden Algen und Moos kaum Halt, und Verschmutzungen lassen sich meist einfach mit Wasser abwischen.
Kann man einen alten Naturstein wiederverwenden? +
Ja, das ist oft möglich. Ein Steinmetz kann die alte Inschrift abschleifen und den Stein neu gestalten. Dies ist eine nachhaltige und oft kostengünstigere Alternative zum Neukauf, sofern der Stein keine tiefen Risse aufweist.
Wie reinigt man einen Grabstein aus Naturstein? +
Meist reicht klares Wasser und eine weiche Bürste. Auf aggressive Haushaltsreiniger oder Hochdruckreiniger sollte verzichtet werden, da diese die Oberfläche aufrauen und die Verwitterung beschleunigen können. Fachbetriebe bieten professionelle Steinreinigungen an.
Was kostet ein Grabstein aus Naturstein? +
Die Kosten variieren stark und hängen von der Gesteinsart, der Größe und dem handwerklichen Aufwand der Bearbeitung ab. Ein einfacher Liegestein ist günstiger als eine aufwendig gestaltete Stele mit handgehauenen Ornamenten.
Darf ich jeden Stein auf meinem Grab aufstellen? +
Nein, die jeweilige Friedhofssatzung regelt zulässige Materialien, Farben und Bearbeitungen. Ein Bestatter oder Steinmetz kennt die lokalen Vorschriften in Hamburg genau und hilft bei der Antragstellung.