Naturbestattung
Was ist eine Naturbestattung? Beisetzung der Asche in der freien Natur (Wald, See). Entdecken Sie Voraussetzungen und Möglichkeiten in Hamburg.
Kurz erklärt
- Definition: Sammelbegriff für Bestattungsarten, bei denen die Asche eines Verstorbenen in einem naturbelassenen Areal (Wald, See, Wiese) beigesetzt wird.
- Funktion: Ermöglicht eine Ruhestätte als Teil der Natur, meist ohne sichtbares Grabmal und ohne Pflegeaufwand für Angehörige.
- Relevanz: Beliebte Alternative zur klassischen Erdbestattung, da die Grabpflege entfällt und die Naturverbundenheit im Fokus steht.
- Hamburg: In der Hansestadt und im Umland vor allem als Baumbestattung (z. B. Öjendorf) oder Seebestattung realisierbar.
Eine Naturbestattung setzt in Deutschland fast immer eine vorherige Feuerbestattung voraus. Die Beisetzung erfolgt in einer biologisch abbaubaren Urne, die sich mit der Zeit im Erdreich oder Wasser auflöst. Da klassische Friedhofszwänge in genehmigten Naturarealen (wie Bestattungswäldern) gewahrt bleiben, ist das Verstreuen der Asche in freier Wildbahn hierzulande meist nicht gestattet.
Details zur Naturbestattung
Verbreitete Formen
Der Begriff umfasst verschiedene Varianten, die sich durch den Ort der Beisetzung unterscheiden. Allen gemeinsam ist der Verzicht auf versiegelte Flächen und klassische Grabsteine.
- Baumbestattung: Die Urne wird im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Dies ist auf speziellen Waldfriedhöfen (z. B. FriedWald, RuheForst) oder ausgewiesenen Bereichen städtischer Friedhöfe möglich.
- Seebestattung: Die Asche wird in einer wasserlöslichen Urne dem Meer übergeben (in Norddeutschland meist Nord- oder Ostsee).
- Wiesen- oder Felsbestattung: In einigen Regionen oder im benachbarten Ausland (z. B. Schweiz) möglich, in Deutschland seltener.
Für viele Menschen ist die Entlastung der Angehörigen von der Grabgestaltung ein entscheidendes Motiv für diese Wahl.
Voraussetzungen und Ablauf
Da der Körper in der Natur den Zersetzungsprozess nicht wie in einem Sarg durchlaufen kann, ist die Einäscherung im Krematorium zwingend erforderlich. Nach der Kremierung wird die Asche in eine spezielle Kapsel und anschließend in eine Überurne gefüllt. Diese muss aus vergänglichem Material bestehen (z. B. Holzfaser, Maisstärke, Salzstock bei Seebeisetzungen).
Der Ablauf der Trauerfeier kann variieren. Oft findet eine Abschiednahme am Sarg vor der Einäscherung statt, oder die Trauerfeier wird direkt an der Grabstelle in der Natur (z. B. am Andachtsplatz im Wald) abgehalten.
Möglichkeiten in Hamburg und Umgebung
In Hamburg bieten die städtischen Friedhöfe, insbesondere der Friedhof Öjendorf und der Friedhof Ohlsdorf, naturnahe Grabfelder und Baumbestattungen an. Hier wird die Infrastruktur eines Friedhofs mit der Atmosphäre eines Waldes verbunden.
Im direkten Umland der Metropolregion Hamburg finden sich zudem reine Bestattungswälder. Wer sich für diese Option interessiert, sollte die Friedwald Standorte oder RuheForst-Angebote in Schleswig-Holstein und Niedersachsen prüfen. Für Seebestattungen arbeiten Hamburger Bestatter meist mit Reedereien zusammen, die Fahrten ab verschiedenen Häfen an Nord- und Ostsee anbieten.
Häufige Fragen zur Naturbestattung
Ist eine Naturbestattung im Sarg möglich? +
In Deutschland ist dies bei einer echten Naturbestattung (Wald, See) in der Regel nicht möglich. Die Einäscherung ist Voraussetzung. Lediglich auf einigen Friedhöfen gibt es naturnahe Grabfelder für Särge, die jedoch meist nicht als klassische Naturbestattung bezeichnet werden.
Darf ich mir den Baum oder Platz aussuchen? +
Ja, bei vielen Anbietern (FriedWald, RuheForst, städtische Friedhöfe) können Interessenten zu Lebzeiten oder die Angehörigen im Trauerfall einen spezifischen Baum oder Platz auswählen. Dies hängt von der Verfügbarkeit ab.
Wie finde ich das Grab später wieder? +
Bei Baumbestattungen wird der Baum oft mit einer kleinen Plakette versehen (Namen, Daten). Zudem führen die Träger Register oder bieten GPS-Daten an. Bei Seebestattungen erhalten die Angehörigen einen Auszug aus dem Logbuch und eine Seekarte mit den Koordinaten.
Ist Grabschmuck erlaubt? +
Nein, das Ablegen von Blumen, Kerzen oder Gestecken ist bei Naturbestattungen meist untersagt, um den natürlichen Charakter des Waldes oder der Wiese nicht zu stören. Die Natur übernimmt die Grabpflege.
Was kostet eine Naturbestattung? +
Die Kosten setzen sich aus den Leistungen des Bestatters, der Kremierung und den Gebühren für den Grabplatz zusammen. Da keine langfristigen Kosten für Grabpflege oder Steinmetz anfallen, wird diese Form oft als kostengünstiger empfunden, wobei exklusive Familienbäume durchaus höhere Preise haben können.