Montage
Was ist die Montage beim Grabmal? Die fachgerechte Aufstellung und Befestigung von Grabsteinen auf dem Friedhof, inklusive Fundamentierung und Sicherheitsprüfung.
Kurz erklärt
- Definition: Die Montage bezeichnet im Friedhofswesen die fachmännische Aufstellung, Ausrichtung und dauerhafte Befestigung von Grabmalen und Einfassungen am Grabstandort.
- Funktion: Sie gewährleistet die statische Sicherheit (Standsicherheit) der Grabanlage und verhindert ein Absacken oder Umstürzen des Steins.
- Relevanz: Eine korrekte Montage ist Voraussetzung für die behördliche Abnahme durch die Friedhofsverwaltung und minimiert das Unfallrisiko.
- Hamburg: Auf Hamburger Friedhöfen wie dem Ohlsdorfer Friedhof gelten strenge Vorschriften zur Fundamentierung, die oft nur von zugelassenen Gewerken ausgeführt werden dürfen.
Die Montage eines Grabsteins erfolgt in der Regel nicht unmittelbar nach der Beisetzung, sondern erst nach einer gewissen Wartezeit, damit sich das Erdreich ausreichend setzen kann. Dieser Prozess wird meist von einem Steinmetzbetrieb koordiniert, der auch die notwendigen Genehmigungen bei der Friedhofsverwaltung einholt. Neben dem eigentlichen Aufstellen umfasst die Montage auch vorbereitende Maßnahmen wie das Gießen eines Fundaments aus Beton oder das Setzen von Erddübeln.
Ablauf und technische Anforderungen
Der Prozess der Grabmalmontage
Die Montage ist der letzte Schritt bei der Erstellung einer Grabanlage. Bevor der Stein auf den Friedhof transportiert wird, muss die Friedhofsverwaltung den Entwurf genehmigen. Steinmetze prüfen vor Ort die Bodenbeschaffenheit, um die passende Fundamentierung zu wählen. In Hamburg ist dies besonders wichtig, da sandige oder lehmige Böden unterschiedliche Befestigungsmethoden erfordern. Nach der Fertigung in der Werkstatt wird das Grabmal zum Friedhof transportiert und dort mithilfe von Kranen oder Hebegeräten auf das vorbereitete Fundament gesetzt und fachgerecht verdübelt.
Fundamentierung und Standsicherheit
Das Fundament bildet die Basis für die Standsicherheit. Je nach Größe des Steins und Bodenart kommen Streifenfundamente oder Punktfundamente zum Einsatz. Die Verbindung zwischen Fundament und Grabstein erfolgt meist durch rostfreie Metalldübel und speziellen Mörtel. Nach der Montage muss die Anlage die sogenannte Rüttelprobe bestehen, um die Sicherheit für Friedhofsbesucher zu gewährleisten. Ein Bestatter kann Angehörige oft an erfahrene Steinmetze vermitteln, die diese technischen Normen (TA Grabmal) erfüllen.
Zeitpunkt der Aufstellung
Der ideale Zeitpunkt hängt von der Bestattungsart und der Bodenbeschaffenheit ab. Bei Erdbestattungen muss sich das Erdreich oft mehrere Monate setzen, bevor ein schweres Fundament gegossen werden kann, um spätere Senkschäden zu vermeiden. Bei Urnengräbern ist eine frühere Montage oft möglich. Provisorische Holzkreuze oder Tafeln überbrücken häufig die Wartezeit bis zur endgültigen Fertigstellung.
Besonderheiten in Hamburg
In Hamburg achten die Friedhofsverwaltungen, etwa auf dem Ohlsdorfer Friedhof oder den bezirklichen Friedhöfen in Altona und Harburg, streng auf die Einhaltung der Friedhofsordnung. Diese regelt nicht nur die Maße und das Material, sondern auch die Art der Befestigung. Gewerbliche Anbieter müssen oft ihre Zulassung bei der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung nachweisen, um Arbeiten auf dem Gelände durchführen zu dürfen. Auch die spätere Grabinschrift oder Nachbeschriftung wird oft direkt vor Ort vorgenommen, erfordert aber keine erneute große Montage, sofern der Stein nicht abgebaut werden muss.
Häufige Fragen zur Montage von Grabmalen
Wann kann der Grabstein nach der Beerdigung montiert werden? +
Das hängt von der Bodenbeschaffenheit und der Bestattungsart ab. Bei Urnengräbern ist die Montage oft schon wenige Wochen nach der Bestattung möglich. Bei Sargbestattungen sollte man meist 6 bis 12 Monate warten, bis sich das Erdreich vollständig gesetzt hat, um ein Absacken des Fundaments zu verhindern.
Wer darf die Montage auf dem Friedhof durchführen? +
In der Regel dürfen nur zugelassene Fachbetriebe (Steinmetze) gewerbliche Arbeiten auf Friedhöfen durchführen. Sie müssen ihre Fachkunde bei der Friedhofsverwaltung nachweisen, um die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und der Friedhofsordnung zu garantieren.
Ist ein Fundament immer notwendig? +
Ja, für stehende Grabsteine ist fast immer ein frostfreies Fundament aus Beton oder eine gleichwertige Befestigung vorgeschrieben. Lediglich bei kleinen liegenden Steinen oder Kissensteinen reicht manchmal ein einfacheres Kiesbett oder eine Sandplatte, abhängig von den lokalen Vorschriften.
Was kostet die Montage eines Grabsteins? +
Die Kosten sind meist im Gesamtangebot des Steinmetzes enthalten und hängen vom Aufwand, der Größe des Steins und der Art des Fundaments ab. Ein aufwendiges Betonfundament ist teurer als das Setzen eines kleinen Urnensteins. Genaue Preise variieren je nach Anbieter und Friedhofsgebührenordnung.
Wer haftet, wenn der Grabstein umfällt? +
Der Nutzungsberechtigte der Grabstätte ist grundsätzlich für die Verkehrssicherheit verantwortlich (Verkehrssicherungspflicht). Allerdings haftet der Steinmetz im Rahmen der Gewährleistung für eine fachgerechte Ausführung der Montage, meist für einen Zeitraum von fünf Jahren.