Einbalsamierung
Was ist Einbalsamierung? Eine konservierende Behandlung (Thanatopraxie) zur Verzögerung des Zerfalls. Wichtig für Auslandsüberführungen und offene Aufbahrungen.
Kurz erklärt
- Definition: Die Einbalsamierung, fachsprachlich oft als Thanatopraxie bezeichnet, ist eine konservierende Behandlung des Verstorbenen, bei der Körperflüssigkeiten gegen konservierende Substanzen ausgetauscht werden.
- Funktion: Ziel ist es, den natürlichen Zerfallsprozess zeitweise zu stoppen, den Körper zu desinfizieren und ein ästhetisches Erscheinungsbild wiederherzustellen.
- Relevanz: Dieses Verfahren ist häufig zwingend erforderlich bei einer Überführung ins Ausland oder wenn eine offene Aufbahrung über einen längeren Zeitraum gewünscht wird.
- Hamburg: In der Hansestadt führen qualifizierte Thanatopraktiker diese Versorgung oft gemäß DIN EN 15017 durch, insbesondere zur Vorbereitung internationaler Transporte ab dem Hamburger Flughafen.
Die moderne Einbalsamierung dient primär der hygienischen Sicherheit und der pietätvollen Abschiednahme. Sie ermöglicht es den Hinterbliebenen, auch nach mehreren Tagen oder bei schwierigen Umständen am offenen Sarg Abschied zu nehmen, ohne dass optische Veränderungen oder Geruchsbildung den Moment belasten. Anders als historische Verfahren ist die Wirkung zeitlich begrenzt.
Hintergründe und Ablauf
Wann ist eine Einbalsamierung sinnvoll?
In Deutschland besteht grundsätzlich keine Pflicht zur Einbalsamierung für eine reguläre Bestattung auf dem Friedhof. Dennoch gibt es Situationen, in denen diese Maßnahme notwendig oder empfehlenswert ist. Ein Hauptgrund ist die sogenannte Repatriierung, also die Überführung eines Verstorbenen in das Ausland. Viele Fluggesellschaften und Zielländer verlangen aus seuchenhygienischen Gründen zwingend eine konservierende Behandlung und ein entsprechendes „Embalming Certificate“. Auch wenn Angehörige eine längere Zeit für die Trauerrituale benötigen oder weit anreisen müssen, schafft die Einbalsamierung die nötige Zeitspanne für eine würdevolle Begegnung am offenen Sarg.
Ablauf und Thanatopraxie
Die Einbalsamierung ist ein Teilbereich der Thanatopraxie. Dabei wird über das Gefäßsystem eine konservierende Flüssigkeit (oft auf Formalinbasis oder mit modernen Ersatzstoffen) in den Körper eingebracht, während das Blut ausgeleitet wird. Dies verlangsamt die Autolyse (Zersetzung) des Gewebes erheblich. Ein weiterer Aspekt ist die rekonstruktive Thanatopraxie: Nach schweren Unfällen oder zehrenden Krankheiten können Bestatter und Thanatopraktiker durch spezielle Techniken das natürliche Aussehen des Verstorbenen wiederherstellen. Dies hilft den Angehörigen, ein friedliches Bild in Erinnerung zu behalten.
Besonderheiten in Hamburg
Da Hamburg als internationale Hafen- und Flughafenstadt ein Drehkreuz für Überführungen ist, verfügen viele lokale Institute über entsprechende Expertise oder arbeiten mit spezialisierten Thanatopraktikern zusammen. Die Durchführung orientiert sich dabei oft an der Norm DIN EN 15017, die Standards für die hygienische Versorgung festlegt. Für eine Feuerbestattung in Hamburg ist eine Einbalsamierung in der Regel nicht erforderlich, es sei denn, eine vorherige Überführung macht dies notwendig. Die Kosten hängen stark vom Aufwand der Rekonstruktion und den eingesetzten Mitteln ab.
Häufige Fragen zur Einbalsamierung
Ist eine Einbalsamierung in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben? +
Nein, für eine normale Beisetzung in Deutschland ist sie nicht vorgeschrieben. Sie wird jedoch oft verlangt, wenn der Verstorbene ins Ausland überführt werden soll oder in einer Gruft beigesetzt wird, die dies erfordert.
Wie lange hält die Wirkung einer Einbalsamierung an? +
Das moderne „Embalming“ ist für eine temporäre Konservierung ausgelegt, meist um die Zeit bis zur Beisetzung (z. B. 2 bis 4 Wochen) hygienisch einwandfrei zu überbrücken. Es handelt sich nicht um eine dauerhafte Mumifizierung.
Kann nach einer Einbalsamierung noch eine Einäscherung erfolgen? +
Ja, das ist problemlos möglich. Die verwendeten Substanzen stehen einer späteren Feuerbestattung im Krematorium nicht im Wege.
Was ist der Unterschied zur hygienischen Grundversorgung? +
Die hygienische Grundversorgung umfasst das Waschen, Desinfizieren und Ankleiden des Verstorbenen. Die Einbalsamierung geht weiter, indem sie invasiv konservierende Flüssigkeiten in den Körper einbringt, um den Verfall aktiv zu verzögern.
Wann ist eine Einbalsamierung für eine offene Aufbahrung nötig? +
Bei einer Aufbahrung von wenigen Tagen in gekühlten Räumen ist sie meist nicht nötig. Soll der Sarg jedoch über längere Zeit, bei Zimmertemperatur oder nach einem Unfall offen stehen, ist eine thanatopraktische Behandlung sehr empfehlenswert.