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Bestattungsarten im Überblick

Waldbestattung

Die letzte Ruhe in der Natur finden – Informationen zu Baumbestattungen, Voraussetzungen für die Einäscherung und Möglichkeiten in der Metropolregion.

Das Wichtigste in Kürze

  • Voraussetzung für jede Waldbestattung ist die vorherige Einäscherung im Krematorium.
  • Die Beisetzung erfolgt in einer biologisch abbaubaren Urne direkt im Wurzelbereich eines Baumes.
  • In Hamburg bietet der Friedhof Ohlsdorf Baumgräber an; im Umland gibt es spezielle Bestattungswälder.
  • Grabpflege ist nicht nötig und meist untersagt, da der Wald seinen natürlichen Charakter behalten soll.
  • Angehörige können zwischen Einzelbäumen, Familienbäumen oder Plätzen an Gemeinschaftsbäumen wählen.

Details zur Baumbestattung

Konzept und Besonderheiten der Waldbestattung

Die Waldbestattung, oft auch als Baumbestattung bezeichnet, ist eine moderne Alternative zur klassischen Beisetzung auf einem Friedhof. Der Kerngedanke ist die Rückkehr in den Kreislauf der Natur. Die Asche des Verstorbenen wird in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Anders als bei herkömmlichen Gräbern gibt es hier keinen Grabstein, keine Bepflanzung und keine klassische Grabpflege. Die Grabstätte wird Teil des Waldes, und die Natur übernimmt die Gestaltung durch Laub, Moos und Wildblumen.

Für viele Menschen in Hamburg ist diese Bestattungsart attraktiv, da sie die Angehörigen von der Verpflichtung der Grabpflege entbindet und gleichzeitig einen friedlichen Ort des Gedenkens in der Natur bietet. Oft erinnert nur ein kleines Schild am Baumstamm an den Verstorbenen.

Voraussetzungen für die Beisetzung im Wald

Da eine Beisetzung des Körpers im Wurzelwerk technisch und rechtlich nicht möglich ist, setzt die Waldbestattung zwingend eine Feuerbestattung voraus. Der Verstorbene wird zunächst in einem Sarg in ein Krematorium (zum Beispiel das Hamburger Krematorium) überführt und dort eingeäschert. Erst nach der Kremation kann die Asche in einer speziellen, umweltverträglichen Urne im Wald beigesetzt werden. Es ist ratsam, diesen Wunsch bereits zu Lebzeiten in einer Bestattungsverfügung festzuhalten, um Angehörige zu entlasten.

Unterschied: Bestattungswald vs. Baumgrab auf dem Friedhof

In der Region Hamburg müssen Interessierte zwischen zwei Varianten unterscheiden:

  • Bestattungswälder im Umland: Dies sind forstwirtschaftlich genutzte Waldgebiete, die speziell für Bestattungen gewidmet wurden (oft bekannt unter Bezeichnungen wie Friedwald oder RuheForst). Sie liegen meist etwas außerhalb der Stadtgrenzen, bieten aber eine sehr ursprüngliche Waldatmosphäre.
  • Baumgräber auf Friedhöfen: Viele Hamburger Friedhöfe, insbesondere der Friedhof Ohlsdorf, haben eigene Areale für Baumbestattungen eingerichtet. Diese Flächen sind parkähnlich angelegt. Der Vorteil hier ist oft die bessere Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und befestigte Wege, was für ältere Trauergäste wichtig sein kann.

Ablauf und Gestaltung der Abschiednahme

Der Ablauf einer Waldbestattung unterscheidet sich in einigen Punkten von der klassischen Beerdigung. Nach der Einäscherung wird die Urne zum gewählten Wald oder Friedhof überführt. Die Trauerfeier kann sehr individuell gestaltet werden:

  • Feier am Baum: Die Angehörigen versammeln sich direkt an der Grabstelle im Wald. Dies ist oft eine sehr stille und intime Form des Abschieds.
  • Andachtsplatz: Viele Bestattungswälder verfügen über zentrale Andachtsplätze mit Sitzgelegenheiten und einem Kreuz oder Gedenkstein, wo eine Rede gehalten werden kann, bevor die Gesellschaft zum Baum geht.
  • Vorherige Trauerfeier: Es ist auch möglich, die Trauerfeier klassisch in einer Kapelle in Hamburg abzuhalten (z. B. vor der Einäscherung am Sarg oder später an der Urne) und die Beisetzung im Wald im engsten Familienkreis durchzuführen.

Da der Waldcharakter gewahrt bleiben muss, ist herkömmlicher Grabschmuck wie Kränze, Gestecke oder Kerzen an der Baumwurzel in der Regel nicht gestattet. Blumenblüten oder etwas Walderde sind meist die einzigen erlaubten Beigaben bei der Beisetzung.

Kostenfaktoren einer Waldbestattung

Die Kosten für eine Waldbestattung setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Eine pauschale Nennung ist schwierig, da die Gebühren von der Lage und Art des Baumes abhängen. Wesentliche Faktoren sind:

  • Art des Baumes: Ein Platz an einem Gemeinschaftsbaum (Basisplatz) ist günstiger als ein eigener Familienbaum oder Partnerbaum, an dem mehrere Urnen einer Familie beigesetzt werden können.
  • Lage und Baumstärke: In einigen Wäldern variieren die Preise je nach Dicke, Art und Lage des Baumes.
  • Bestatterleistungen: Hierzu zählen die Abholung, Versorgung, der Sarg für die Kremation, die Überführung und die Erledigung der Formalitäten (z. B. Sterbeurkunde, Abmeldungen).
  • Gebühren: Kosten für das Krematorium und die Beisetzungsgebühr der Forstverwaltung oder des Friedhofs.

Im Vergleich zur klassischen Erdbestattung entfallen langfristige Kosten für Steinmetz und Gärtner, was diese Bestattungsart oft kalkulierbarer macht.

Checkliste: Vorbereitung der Waldbestattung

  • Wunsch nach Waldbestattung schriftlich festhalten (Bestattungsverfügung).
  • Entscheidung treffen: Baumgrab auf dem Friedhof (z. B. Ohlsdorf) oder im Bestattungswald außerhalb?
  • Art des Baumes wählen: Einzelplatz am Gemeinschaftsbaum oder Familienbaum?
  • Vor-Ort-Termin vereinbaren: Viele Wälder bieten Führungen zur Baumauswahl an.
  • Kremationsverfügung unterzeichnen (zwingend notwendig).
  • Gäste informieren: Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind im Wald oft nötig.

Ablauf der Beisetzung

  1. 1
    Eintritt des Todes und Benachrichtigung des Bestatters.
  2. 2
    Überführung des Verstorbenen in das Krematorium.
  3. 3
    Zweite Leichenschau und anschließende Einäscherung.
  4. 4
    Auswahl einer biologisch abbaubaren Urne (Pflicht im Wald).
  5. 5
    Terminabstimmung mit der Forst- oder Friedhofsverwaltung.
  6. 6
    Beisetzung der Urne am Baum (oft begleitet durch Förster oder Bestatter).
  7. 7
    Anbringen des Namensschildes am Baumstamm (optional).