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● Soforthilfe Die ersten Schritte
Besondere Bestattungsformen

Diamantbestattung

Erfahren Sie, wie aus der Asche Verstorbener ein Erinnerungsdiamant entsteht, welche rechtlichen Rahmenbedingungen in Hamburg gelten und wie sich diese Bestattungsart planen lässt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Voraussetzung für eine Diamantbestattung ist immer eine vorherige Einäscherung (Feuerbestattung).
  • Die Herstellung des Diamanten erfolgt meist im europäischen Ausland, da in Deutschland Friedhofszwang herrscht.
  • Nur ein Teil der Asche oder Haare wird für den Diamanten benötigt; die verbleibende Asche muss in Hamburg beigesetzt werden.
  • Diese Bestattungsform lässt sich gut mit einer Urnen-, Wald- oder Seebestattung kombinieren.
  • Die Kosten für den Erinnerungsdiamanten fallen zusätzlich zu den regulären Bestattungskosten an.

Details zur Diamantbestattung

Was ist eine Diamantbestattung?

Die Diamantbestattung ist eine der exklusivsten Formen der Erinnerungskultur. Dabei wird aus dem Kohlenstoff der Kremationsasche oder aus Haaren des Verstorbenen ein synthetischer Diamant gepresst. Chemisch und physikalisch unterscheidet sich dieser Erinnerungsdiamant kaum von einem natürlichen Diamanten. Da für die Herstellung nur ein geringer Teil der Asche benötigt wird, handelt es sich streng genommen nicht um eine eigenständige Bestattungsart, sondern um eine Veredelung der Feuerbestattung.

Für Angehörige in Hamburg bietet der Diamant eine physische, unvergängliche Erinnerung, die sie bei sich tragen oder zu Hause aufbewahren können – unabhängig vom Ort der eigentlichen Grabstätte.

Rechtliche Situation und Friedhofszwang in Hamburg

In Deutschland gilt grundsätzlich der Friedhofszwang, was bedeutet, dass die sterblichen Überreste eines Menschen auf einem Friedhof beigesetzt werden müssen. Da die Diamantbestattung die Entnahme von Asche oder Haaren voraussetzt und der fertige Diamant an die Angehörigen übergeben wird, findet der Herstellungsprozess in der Regel im Ausland statt (häufig in der Schweiz, Österreich oder den Niederlanden), wo liberalere Bestattungsgesetze gelten.

Für Hamburger bedeutet dies: Ein Bestatter organisiert die Überführung der Asche ins Ausland zur Diamantmanufaktur. Nach der Entnahme des benötigten Kohlenstoffs wird die verbleibende Asche zurück nach Hamburg überführt und dort ordnungsgemäß beigesetzt. Dies kann beispielsweise in einem Urnengrab auf einem Friedhof, im Rahmen einer Waldbestattung oder als Seebestattung erfolgen.

Der Ablauf der Herstellung

Nach der Einäscherung im Krematorium wird der Kohlenstoff aus der Asche isoliert. Unter enormem Druck und hoher Hitze – Bedingungen, die das Erdinnere simulieren – wächst über Wochen oder Monate ein Rohdiamant. Dieser wird anschließend nach den Wünschen der Angehörigen geschliffen. Farbe und Größe hängen dabei oft von der chemischen Zusammensetzung der Asche ab.

Kostenfaktoren

Eine Diamantbestattung setzt sich aus mehreren Kostenblöcken zusammen. Zum einen fallen die üblichen Kosten für die Leistungen des Bestatters, die Einäscherung und die spätere Beisetzung der Restasche an. Zum anderen entstehen Kosten für die Fertigung des Diamanten selbst. Diese variieren stark und hängen von mindestens zwei Faktoren ab: der gewünschten Karat-Zahl (Größe) und der Art des Schliffs. Da es sich um eine sehr individuelle Leistung handelt, sollten Interessierte frühzeitig Kostenvoranschläge einholen und ggf. über eine finanzielle Vorsorge nachdenken.

Checkliste für die Planung

  • Wunsch nach Diamantbestattung schriftlich festhalten (z.B. Bestattungsvorsorgevertrag).
  • Finanzierung klären (Kosten für Diamant plus reguläre Beisetzungskosten).
  • Bestatter in Hamburg suchen, der Erfahrung mit der Abwicklung im Ausland hat.
  • Entscheidung treffen: Soll der Diamant aus Asche oder Haaren gefertigt werden?
  • Ort für die Beisetzung der verbleibenden Asche festlegen (Friedhof, Wald, See).
  • Gewünschten Schliff und Größe des Diamanten vorab besprechen.

Ablauf einer Diamantbestattung

  1. 1
    Eintritt des Todes und Ausstellung des Totenscheins durch einen Arzt.
  2. 2
    Kontaktaufnahme mit dem Bestatter und Besprechung des Diamantwunsches.
  3. 3
    Überführung ins Krematorium und Einäscherung (Feuerbestattung).
  4. 4
    Versand der Asche oder Haare an die Diamantmanufaktur (meist Ausland).
  5. 5
    Herstellung des Diamanten (Dauer: mehrere Wochen bis Monate).
  6. 6
    Rückführung der verbleibenden Asche nach Hamburg zur Beisetzung.
  7. 7
    Übergabe des fertigen Erinnerungsdiamanten an die Angehörigen.